– Terpene & Aromastoffe | Camphen –

- Terpene & Aromastoffe | Camphen -

– Camphen: Wald, Kräuter und ein Hauch Kampfer –

Camphen ist ein Terpen mit einem kantigen Charakter. Es bringt kein süßes Fruchtfeuerwerk mit, sondern bewegt sich eher zwischen Tannennadeln, Kräutern, Kampfer, feuchtem Holz und einer leicht kühlen Würze. In Cannabis tritt Camphen häufig als Nebenbestandteil auf, kann aber gemeinsam mit anderen Wald- und Kräuterterpenen den Gesamteindruck einer Sorte abrunden.

Gerade bei Sorten mit harzigen, erdigen oder kiefernartigen Beschreibungen lohnt es sich, Camphen als möglichen Baustein des Aromaprofils zu kennen.


– Was ist Camphen? –

Camphen ist ein bicyclisches Monoterpen mit der Summenformel C₁₀H₁₆. Es ist strukturell mit anderen Monoterpenen wie Alpha-Pinen verwandt. Reines Camphen kann als farbloser bis weißer kristalliner Stoff auftreten und besitzt einen stechenden, kampferähnlichen Geruch. Industriell wird es unter anderem als Ausgangsstoff für Duft- und Aromaverbindungen sowie bei der Herstellung von synthetischem Kampfer eingesetzt.

Die Bezeichnungen Camphen und Kampfer klingen ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Moleküle. Kampfer enthält Sauerstoff, Camphen dagegen besteht ausschließlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff.



– Typisches Aroma und Duftprofil –

Camphen wird sensorisch als kampferartig, waldig, kräuterig, grün und teilweise stechend beschrieben. Weitere mögliche Eindrücke sind Tannennadeln, Terpentin, feuchte Erde, Minze und eine dezente Zitrusnote. Das genaue Aroma kann auch von der räumlichen Form des Moleküls und seiner Kombination mit anderen Stoffen abhängen.

Gemeinsam mit Alpha-Pinen entsteht ein besonders deutliches Nadelwaldprofil. Borneol kann die kampferartige und kühle Seite verstärken. Zusammen mit Myrcen wird das Gesamtbild häufig erdiger und schwerer, während Limonen mehr Frische und Zitrus in die Komposition bringt.

Camphen ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum ein Terpenprofil eher einem Orchester als einem Soloinstrument gleicht.


– Wo kommt Camphen natürlich vor? –

Camphen ist ein Bestandteil verschiedener ätherischer Öle. Es wurde unter anderem in Terpentin-, Zypressen-, Kampfer-, Citronella-, Neroli-, Ingwer- und Baldrianöl nachgewiesen. Auch in einigen Früchten und Kräutern kann es in kleineren Mengen vorkommen.

Bei Cannabis gehört Camphen eher zu den sekundären Terpenen. Das bedeutet, dass es im Vergleich zu häufig dominierenden Stoffen wie Myrcen oder Caryophyllen oft in geringeren Konzentrationen vorkommt. Trotzdem kann Camphen den Geruch beeinflussen, besonders wenn mehrere ähnlich ausgerichtete Wald- und Kräuterterpene zusammentreffen.


– Warum ist Camphen interessant? –

Camphen und camphenhaltige Pflanzenextrakte wurden in unterschiedlichen Labor- und Tiermodellen untersucht. Solche Arbeiten beschäftigen sich beispielsweise mit Stoffwechselprozessen, oxidativem Stress oder mikrobiellen Vorgängen. Diese Ergebnisse dürfen jedoch nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass eine camphenhaltige Cannabis-Sorte eine bestimmte gesundheitliche Wirkung erzeugt.

Zwischen einem isolierten Stoff in experimenteller Dosierung und einem natürlichen Terpenanteil in einer Cannabisblüte liegt ein großer Unterschied. Zudem fehlen für viele sekundäre Terpene umfangreiche kontrollierte Humanstudien.

Für Verbraucher ist Camphen deshalb vor allem aus drei Gründen interessant: als Bestandteil des Aromas, als Unterscheidungsmerkmal zwischen Profilen und als Suchbegriff bei detaillierten Laboranalysen.


– Camphen bei Cannabis und der Cansam-Bezug –

Bei Cansam sollte Camphen nur dann als enthaltenes Terpen aufgeführt werden, wenn der Anbieter oder eine Analyse es ausdrücklich nennt. Eine Sortenbeschreibung wie „riecht nach Wald“ reicht nicht aus, um daraus automatisch Camphen abzuleiten.

Der Duft einer Sorte kann durch viele verschiedene Stoffe entstehen. Ein kiefernartiger Eindruck kann beispielsweise mit Alpha-Pinen, Beta-Pinen, Camphen, 3-Caren oder mehreren dieser Verbindungen zusammenhängen. Auch Trocknung und Lagerung verändern flüchtige Bestandteile.

Untersuchungen verschiedener Cannabisproben zeigen, dass Terpenprofile erheblich schwanken können. Sortenname und tatsächliches Analyseprofil sind deshalb nicht immer deckungsgleich.

Im Cansam Aroma-Finder lässt sich Camphen sinnvoll den Richtungen Wald, Tannennadeln, Kampfer, Kräuter, Harz und kühle Würze zuordnen.


– Cansam-Merkregel –

Camphen riecht waldig, kräuterig und kampferartig. Es ähnelt Alpha-Pinen und Borneol, ist chemisch aber ein eigenständiges Monoterpen.